Der MMORPG-(Alb)Traum – Wenn 2’nd Life die Realität ersetzt


Leben 1.5 – Flüchten in digitale Welten.
In der Ära von Second Life, World of Warcraft, MapleStory und diversen anderen sogenannten Massively Multiplayer Online Role-Playing Games verlagern sich die Grenzen von active & passive Socialising. Hat man früher mit seinen Freunden die lokalen Hinterhöfe unsicher gemacht, so verabredet man sich heute auf einen Dungeon Run in virtuellen Welten.
Der Trend sich ein digitales Spiegelbild zu kreieren, um dann in einer dreidimensionalen Online-Infrastruktur mit Gleichgesinnten soziale Kontakte zu knüpfen, begann mit der Online Simulation Second Life im Jahr 2003. In Second Life kann der Spieler ganz individuell seinen eigenen Avatar erstellen, durch welchen er mit anderen Spielern in der virtuellen Welt interagiert. Was Second Life von anderen online basierten Spielen unterscheidet, ist der Einsatz von realem Geld, um sich damit in-Game dem digitalen Konsum hinzugeben. So werden neben Pixel-Fashion, digitale Grundstücke, Einrichtungsgegenstände, auch andere Dienstleistungen angeboten. Wer könnte sich denn schon seine Online-Traumhochzeit ohne Wedding Planer vorstellen??
Aber was passiert, wenn einem sein digitales Alter Ego einholt? Man plötzlich mehr Zeit in seiner selbst geschaffenen heilen Welt verbringt, als in der Wirklichkeit?

Hier aufgelistet, sind 10 Anzeichen einer wohlmöglichen MMORPG Sucht:

You skip work/school to play the game.
You avoid family and friends so that you can play instead.
You neglect to eat, drink or shower because you don’t want to stop playing.
Your sleep suffers because you play so much.
You become anxious, irritable or angry if something interferes with your ability to play.
You have tried to quit the game before and can’t.
You have played continuously for 10 hours or more at a time.
You pretend to be sick to stay home and play.
You continue to play even when you become frustrated or bored with the game and are no longer having fun.
Your need to play the game has caused financial, emotional, academic, health or relationship problems.


Das Phänomen World of Warcraft.
Mit bereits über 12 Millionen Subscriber weltweit gehört World of Warcraft 62 Prozent des Online-Multiplayer-Universums. Neben dem Kauf des Spiels, muss der Spieler ein Abonnement mit monatlichen Kosten in Höhe von 12.99 € abschliessen. Entwickler Blizzard Entertainment schafft somit jährlich Umsätze in Milliarden Höhe. World of Warcraft ist das erste MMORPG, welches nach nun mittlerweile sieben Jahren Existenz, es immer noch schafft die Weltgrößte Online-Gaming-Community zu fesseln. Dem Perfektionismus bis in’s Detail, den Blizzard für seine Produkte (siehe Diablo- & StarCraft-Reihe) beansprucht, soll dabei keine kleine Rolle zugesprochen sein.
Wo Second Life eher eine ältere Altersgruppe anspricht, verschlingt World of Warcraft fast alle Altersgruppen in sich. Ab 12 Jahren ist es dem Spieler gestattet ein Abonnement abzuschliessen. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis ist die unglaubliche Motivation, die aus dem Spielkonzept erwächst. Die Jagd nach Erfahrung, Gold und immer besserer Ausrüstung kann so einnehmend wirken, dass Zeit ein unbeachteter Begleiter wird. Für diejenigen mit weniger Geduld, hat sich eine ganz neue Branche etabliert. Sogenannte Goldfarmer/Chinafarmer sind Spieler, die teilweise hauptberuflich für andere Spieler Gold, sowie besondere Gegenstände erwirtschaften. Dieser Trend hat sich jedoch nach kurzer Zeit als “unsportlich” und gefährlich herausgestellt, da es durch den Austausch von Nutzerkontodaten immer öfter zu Missbrauch und Diebstahl digitalen Eigentums gekommen ist.


Die Geschichte der Ahorn Zauberwelt.
Im kostenfreien MMORPG MapleStory (Windows Only!) kämpft man sich mit Horden von Mitspielern durch eine kitschige 2D Welt mit blauen Himmel, Zuckerwatten-Wolken und kleinen Häusern mit Pilzdächern. Das Spiel erlaubt sogar seinen Bewohnern untereinander zu heiraten, und auch die Scheidung einzureichen, sollte es nicht die große Liebe gewesen sein. Das natürlich alles ohne rechtlichen Beistand, denn es ist ein süßes Spiel. Obwohl im Fall eines speziellen japanischen MapleStory-Ehepaars hätte eine Eheberatung wohl schlimmeres verhindern können. Zu Beginn traf sich Mann (33) mit Frau (43), es wurde der Bund der digitalen Ehe eingegangen. Es lief ganz gut. Es lief sogar so gut, dass man sich Nutzerdaten untereinander austauschte. Überraschend entschied der männliche Part sich ohne jegliche Vorankündigung von seiner Liebsten zu scheiden. Daraufhin loggte sich die mit Trauer und Hass bekleidete Frau mit den Nutzerdaten ihrer verflossenen Liebe ein und löschte den Charakter, der sie verschmäht hatte. Der “Ex” meldete dies der Polizei und verklagte die Frau. Ihr wird nun vorsätzlicher Pixel-Mord in Form von Datenklau vorgeworfen und sie sieht einer Haftstrafe bis zu 5000 $ oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren entgegen.


Tot durch virtuelles Schwert
Der 41-jährige Qiu Chengwei aus Shanghai ist zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er einen Freund in einem Wutanfall das Leben nahm. Chengwei und besagter Freund waren aktive Spieler des MMORPG Legend of Mir 3 , in dem Chengwei ein besonders rares Schwert (Dragon Sabre) an seinen Spielfreund verliehen hat. Der wiederum verkaufte das Objekt für den stattlichen Preis von umgerechnet ca. 680 €. Chengwei außer sich, erdolchte seinen Freund. Dieser Fall von Fanatismus ist nicht der einzige. Ein 13-jähriger Junge aus Tianjin, China stürzt sich nach 36 Stunden World of Warcraft zu Tode. In seinem Abschiedsbrief erklärte er, er wolle seinen Warcraft Helden in’s Paradies folgen.

Die Sucht virtueller Realitäten bleibt ein aktuelles Thema und wird von den Medien immer wieder aufgegriffen.

Filme, welche die Idee einer zweiten und/oder virtuellen Realität aufgreifen: Gamer ; Surrogates ; The Matrix ; etc.

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